Vortrag: Kopieren als Kulturtechnik (7. Mai 2015)

Vortrag von Wolfgang Ullrich auf dem Festival Supercopy in Mannheim

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Einige Thesen aus dem Vortrag:

„Das in Stammbäumen und Ahnengalerien sich manifestierende genealogische Denken des (alten) Adels nimmt die postmoderne Idee der Dekonstruktion vorweg.“

„Nobilität bedeutete in der alten Adelsgesellschaft, möglichst weit weg von einem (fiktiven) Ursprung zu sein, ja bedeutete, jeden einzelnen als Reproduktion – Kopie – eines Familienprinzips zu begreifen.“

„Die frühen Bildungsbürger deuteten das Manko, selbst keine gepflegte Herkunft zu haben, in ein Privileg um, indem sie es zum Ideal erklärten, selbst am Anfang zu stehen: Ursprung zu sein; für sie wurde der Künstler, genauer: das Originalgenie zum Vorbild, das seinerseits einen Anfang konstituierte.“

„Was für den Bildungsbürger das Originale/Ursprüngliche war, ist für den heutigen Konsumbürger das Authentische.“

„Die Moderne mit ihrem Kult um das Originale und ihrer Ablehnung von Techniken des Wiederholens/Kopierens/Reproduzierens war eine historische Ausnahme.“

Einen Trailer mit Impressionen der gesamten Veranstaltung gibt es hier.

Update: Mittlerweile ist der gesamte Vortrag online!

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