Vortrag in der Kunsthalle Wien über die Mobilisierung der Bilder

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Im Zuge des Projekts „L’exposition imaginaire“ der Kunsthalle Wien hielt ich am 30. April 2016 einen via Skype übertragenen Vortrag, in dem ich mich der Frage widme, was die Mobilisierung der Bilder, die durch die Digitalisierung sowie die Social Media ein historisch  neues Stadium erreicht hat, für die kuratorische Praxis und das Ausstellungswesen bedeutet.

Ich zeige am Beispiel einiger Tumblr-Accounts (SULPHURICLIKE, The Odd Side of Me, LPM Projects), was heutige Arten des Kombinierens von Bildern von klassischen Projekten wie Aby Warburgs Mnemosynse-Atlas oder  André Malraux‘ „Musée imaginaire“ unterscheidet.

Ferner beschäftigen mich die zunehmend aktiveren Formen der Rezeption von Kunst. An die Stelle logozentrischer Aneignungspraktiken (sprechen/schreiben über Kunst) treten andere, bei denen die Artefakte fotografiert, mit Bildprogrammen bearbeitet, parodiert, aktualisiert sowie in Kommunikationsvorgänge integriert werden. Dadurch wird sich auch der Kanon der Kunstgeschichte ändern: Mehr Bedeutung erlangen die Künstler, deren Werke besser zu solchen aktiven Aneignungen disponiert sind (Matisse statt Picasso, Munch statt Beckmann, Magritte statt Dali).

Die Aufzeichnung des Vortrags ist anzusehen hier.

Comment 1

  1. kultureventbuero 2. Mai 2016

    Lieber Wolfgang Ullrich,

    ich habe gerne in die Aufzeichnung reingeschaut. Der Gedanke der neuen Aneignungspraxis ist ebenso interessant wie die Überlegung, dass sich zukünftig Kuratoren auch mit der Frage beschäftigen sollten, wie sie der Kunst noch einmal eine andere Präsenz im Netz verschaffen können.

    Am Ende ploppte dann leider dieses schiefe Bild auf, dass Präsenz im Netz gleichbedeutend mit Mangelerscheinungen im Museum vor Ort sei. Das ist ja erwiesenermaßen nicht der Fall.

    Und was die Budget-Kürzungen angeht, so habe ich durchaus erlebt, dass es im Hinblick auf Kulturförderanträge sogar sehr belohnt wurde, wenn man zukunftsorientierte Vermittlung im Sinne von Social Media Konzepten mit in die Waagschale geworfen hat.

    Was das Museum Schloss Morsbroich angeht, so denke ich schon, dass dort noch mehr in diese Richtung passieren könnte. Die Ausstellungen sind große Klasse. Die Vermittlung und die Präsenz in den Sozialen Netzwerken eher so naja!

    In diesem Sinne: es gibt viel zu tun … 🙂

    Ganz herzliche Grüße und auf bald einmal
    Anke von Heyl

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