Eine neue Buchreihe: „Digitale Bildkulturen“

Bildschirmfoto 2019-03-07 um 10.28.28Der Verlag Klaus Wagenbach startet Mitte März eine neue Buchreihe, die ich zusammen mit Annekathrin Kohout in den nächsten Jahren herausgeben werde. Sie heißt „Digitale Bildkulturen“ und reagiert darauf, dass im Zuge von Digitalisierung, Smartphone-Technik und Sozialen Medien etliche neue Bildformen entstanden sind. Vor allem aber haben Bilder auch neue Funktionen und mehr Stellenwert als je zuvor in der Kulturgeschichte. Erstmals tauschen sich Menschen mit Bildern ähnlich selbstverständlich aus wie mit gesprochener oder geschriebener Sprache. Der schon vor Jahren proklamierte ‚Iconic Turn’ ist endgültig Realität geworden.

Hier setzt die neue Buchreihe an. Vier Bände pro Jahr beschäftigen sich von nun an jeweils knapp – in einer Mischung von Einführung und Essay – mit den wichtigsten digitalen Bildphänomenen: mit Memen, mit Protestbildern, mit Selfies, Emojis oder Hass-Bildern sowie mit den Folgen des ‚Iconic Turn‘ für Feminismus, Mode oder politischen Diskurs.

Der Verlag Klaus Wagenbach, dem ich schon seit mehr als zwanzig Jahren als Autor verbunden bin, setzt damit seine Tradition der gesellschaftlich-kritischen Einmischung und sein Interesse an ästhetischen Fragen fort: Wie schon in der „Kleinen Kulturwissenschaftlichen Bibliothek“ geht es darum, getreu der Methode Aby Warburgs Bildpraktiken unabhängig von ihrem Ort innerhalb der Kultur ernst zu nehmen und in größere kulturelle und soziopolitische Zusammenhänge zu stellen.

In „brand eins“ konnten Annekathrin Kohout und ich zum Start der Buchreihe bereits exemplarisch über einzelne Bildphänomene der Sozialen Medien schreiben, nachzulesen hier.

Bildschirmfoto 2019-03-07 um 10.22.06Ich selbst veröffentliche zum Start der Reihe den Band „Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens“. Dabei lege ich besonderes Augenmerk auf die bei vielen Selfies auffälligen Grimassen und digitalen Nachbearbeitungen. Für mich stehen sie in einer langen kulturgeschichtlichen Tradition von Masken: Mit Selfies machen Personen sich selbst zum Bild. Damit entsteht aber nicht weniger als eine neue Form von öffentlichem Leben, das in der Moderne – im Anschluss an Richard Sennett – oft totgesagt worden ist. Zudem argumentiere ich dafür, Selfies als ersten Typus einer demokratisierten wie auch einer globalisierten Bildkultur ernst zu nehmen.

Eine Leseprobe mit den ersten Seiten des Buches gibt es hier: Selfies_Vorschau.

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  1. Pingback: Out now: Netzfeminismus – Strategien weiblicher Bildpolitik

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