Gegen das Atelier

Robert Smithson: „Kulturelle Gefängnisse“ (1974), in: Ders.: Gesammelte Schriften, hg. v. Eva Schmidt/Kai Vöckler, Köln 2000, S. 185.

Nachdem ich im Mai 2020 in meiner Kolumne für ‚art – das Kunstmagazin‘ über Friedrich Overbeck, Daniel Buren und das Ideal ortsfester Kunst geschrieben hatte (nachzulesen hier), habe ich das Thema noch ausführlicher erforscht. Mich interessierte dabei vor allem der Topos, dass Kunst, die in einem Atelier entsteht, von vornherein schwächer sei als eine Kunst, die für einen bestimmten Ort gedacht ist und an diesem geschaffen wird. Dieser Topos sowie seine allgemeinere Version, wonach jegliche mobile Kunst beliebig-wurzellos sei, existiert vor allem in konservativ-reaktionären Kreisen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und erfährt dabei in Extremfällen eine klar antisemitische Konnotation, taucht aber auch in postavantgardistischer Kunst unter anderen Vorzeichen wieder auf. Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dem weit verbreiteten Misstrauen gegenüber mobiler Kunst genauer nachzugehen, zumal es fast immer auch ein Misstrauen gegenüber Kunst in Museen und auf dem Markt ist. In der Pop-Zeitschrift sind meine (bisherigen) Recherchen und Überlegungen zu diesem Thema nun erschienen – nachzulesen unter dem Titel „Gegen das Atelier. Mobile Kunst zwischen reaktionärer und postavantgardistischer Kritik“.

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