Buchankündigung: „Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie“

Am 17. März erscheint mein neues Buch im Verlag Klaus Wagenbach – mit folgendem Klappentext:

„Das in der Moderne im Westen vorherrschende Ideal autonomer Kunst ist am Ende. Unterscheidungen zwischen Kunst und Kommerz lösen sich ebenso auf wie fest umrissene Werkgrenzen und Rollenklischees: Jeff Koons entwirft Taschen für Louis Vuitton, Künstler-Labels produzieren »Art Toys«, kollaborative Projekte setzen auf die Mitwirkung vieler, und Protestgruppen fordern mehr soziale Verantwortung der Kunstwelt.

Mit wacher Zeitgenossenschaft führt Wolfgang Ullrich einzelne Phänomene wie beispielsweise Make- up-Fotos auf Instagram, die utopische Malerei von Kerry James Marshall und Takashi Murakamis Sneaker zusammen und entfaltet so das Panorama einer neuen Kunst, die sich mit Aktivismus und Konsum verbündet: einer Kunst, die Kräfte möglichst vieler Disziplinen in sich bündelt, damit aber anderen und mehr Kriterien als früher zu genügen hat.“

Die ersten Seiten des Buchs gibt es hier als PDF:

In der Verlagsvorschau erschien zudem folgendes Interview mit mir über das Buch:

Die moderne Idee einer Kunst, die nur ihren eigenen Gesetzen verpflichtet ist, ist Ihrer Ansicht nach am Ende. Woran lässt sich das erkennen?

Was heutzutage in der Kunstwelt die größte Aufmerksamkeit erfährt, sind polit- aktivistische Projekte, Werke, die zu hohen Preisen als Luxusprodukte verkauft wer- den, oder Produkte, die aus Kooperationen von Künstlerinnen und Künstlern etwa mit Modelabels entstehen. So unterschiedlich diese Formen von Kunst sind, so haben sie eines gemeinsam: Es sind jeweils Zwecke mit ihnen verbunden, die sich nicht aus rein künstlerischen Fragen ergeben. Entsprechend ist diese Kunst nicht mehr autonom, sondern richtet sich genauso nach den Bedingungen, unter denen etwas als NGO, Mode oder Designobjekt Erfolg haben kann.

Was hat das für Konsequenzen für die, die Kunst machen?

In dem Moment, in dem Kunst sich nicht mehr als autonom versteht, werden von außen immer mehr Ansprüche an sie herangetragen. Sollte sie, wenn sie mit der Mo- debranche kooperiert, nicht auch nachhaltig sein? Muss sie nicht zu gesellschaftspo- litischen Fragen Stellung beziehen? Und was, wenn sie nicht »instagramable« ist? Da kann es schnell passieren, dass man sich in einem Anforderungskatalog verliert oder etwas streberhaft To- Do- Listen abarbeitet.

Wird die Kunst dadurch nicht unfrei?

Aus der Sicht derer, die noch an der Idee der Autonomie festhalten, erscheint das so. Aber diejenigen, die davon Abstand genommen haben, erleben es als Zugewinn an Spielraum und Freiheit, dass sie nun über die Kunstwelt hinaus Geltung besitzen. Für sie hat ihre Kunst mehr Kraft und Wirksamkeit, wenn sie nicht auf sich bezogen bleibt, sondern mit der realen Welt – dem Markt, politischen Diskursen oder dem Alltagsleben vieler Menschen – eine möglichst enge Verbindung eingeht.

Und hier bereits eine erste Rezension (von Mark Siemons in der F.A.S.)!

Und hier eine zweite (von Thorsten Jantschek im „Philosophie Magazin“):

Und eine weitere (von Janis El-Bira bei „Nachtkritik“)

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