Kanzelrede über „Little Cloud“

In der St. Matthäus-Kirche in Berlin findet gerade eine Reihe von Kanzelreden statt – aus Anlass des 500. Jahrestags des Wittenberger Bilderstreits. Es geht darum, welche Bildwerke auch heute einen Streit auslösen können, mit welchen man vielleicht sogar selbst „in einen inneren Bilderstreit“ gerät. Ich sprach in meiner Kanzelrede am 1. Mai über „Little Cloud“, eines der erfolgreichsten ‚Art Toys‘ der Künstlergruppe FriendsWithYou. Dieser Figur gelingt es wie auch anderen ‚Art Toys‘, dass Besitzer:innen ein enges, emotionales Verhältnis dazu entwickeln; sie nimmt für sie die Rolle eines Talismans, Maskottchens oder Begleiters durch den Alltag ein. Oft werden ‚Art Toys‘ in der Tradition animistischer Objekte gesehen. Damit aber steht der Umgang mit ihnen in starkem Kontrast dazu, wie vor allem die Kunst des Westens rezipiert wurde und wird. Ihr begegnet man analog zu einem monotheistischen Gott als etwas, dem man unterlegen ist, das Demut und Hingabe verlangt und oft unzugänglich bleibt – gerade dann nicht tröstet, wenn man es am dringendsten nötig hätte.

Zwischen der Kunstreligion und einen Animismus entsteht aktuell also vielleicht ein ähnlicher (Bilder)streit wie vor 500 Jahren zwischen Katholizismus und Protestantismus? Davon handelt meine Kanzelrede, in der ich damit auch ein paar Thesen zuspitze, die in einem Buch „Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie“ in breiteren Zusammenhängen verhandelt werden.

Hier meine Kanzelrede:

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