In Memoriam: Martin Warnke

Auch wer nicht bei Martin Warnke studierte, wurde in meiner Generation von ihm, seinen Thesen, seiner Art des Argumentierens – und hoffentlich auch von seinem wissenschaftlichen Ethos – beeinflusst. Meine wichtigste Lektüreerfahrung mit einem Text von Warnke hatte ich in den frühen 1990er Jahren – nicht mit einem der Bücher, die ihn berühmt machten, sondern mit einem ganz kurzen Aufsatz, fast versteckt in einem Weiterlesen

Verwechslungsgefahr (3): Künstlerverdacht

Bildschirmfoto 2019-12-05 um 09.59.34Bildschirmfoto 2019-12-05 um 10.02.08

Die dritte Folge meiner Serie im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen über unklare Grenzen im Kunstbetrieb widmet sich Rafael Horzon und Leon Löwentraut, bei denen jeweils aus ganz unterschiedlichen Gründen strittig ist, ob sie Künstler oder Nicht-Künstler sind. Der eine will unbedingt als Künstler gelten, der andere wehrt sich dagegen – doch weckt nicht gerade dies jeweils Misstrauen? – Hier geht es zum Text!

Diskussion über „Siegerkunst/ Museumskunst“

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Am 5. November 2019 war ich von der ‚TransArts‚-Klasse der Universität für Angewandte Kunst Wien zu einer Diskussion mit dem Schriftsteller Franz Schuh eingeladen. Wir diskutierten, ausgehend von meinem Buch „Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust“ (2016) und unter dem Titel „Siegerkunst/Museumskunst“ über eine Reihe aktueller kunstsoziologischer Themen. Das gesamte Gespräch ist nun online verfügbar – und steht hier zum Download bereit!

Verwechslungsgefahr (2): Nur Handwäsche

Bildschirmfoto 2019-11-08 um 10.56.55In der zweiten Folge meiner Serie über die Annäherungen von Kunst und anderen Bereichen, die im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen erscheint, geht es um das Verhältnis von Kunst und Mode. Am Beispiel von Andy Dixon betrachte ich das – von ihm selbst so genannte – „Ping-Pong-Spiel“ zwischen beidem, das gerade nicht mehr davon lebt, dass irgendwelche klaren Grenzen überschritten werden. – Hier der Text!

Männliches Marzipan (NZZ-Folio, November 2019)

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In meiner Kolumne „Aus der Warenwelt“ bei NZZ-Folio geht es diesmal um eines der vielen speziell an Männer adressierten Produkte. Dass sie Geschlechterklischees  ziemlich plump reproduzieren, ist wohl kaum zu bestreiten. Aber kommt in ihnen tatsächlich eine „fragile Männlichkeit“ („fragile masculinity“) zum Ausdruck, wie von Kritiker*innen gerne behauptet wird? Ich habe da meine Zweifel…

Zum vollständigen Text geht es hier!

Verwechslungsgefahr (1): Stadionverwaldung

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Im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen hat eine neue Serie von Beiträgen begonnen, in der ich unter dem Obertitel „Verwechslungsgefahr“ jeweils ein Fallbeispiel analysiere, bei dem unklar ist, ob es sich um Kunst handelt – oder um etwas anderes, etwa um Mode, Design, Journalismus, Politaktivismus oder Wissenschaft. Mich interessiert, wann eine solche Zwischenstellung eine interessante Verbindung von angestammten Bereichen bedeutet, wann eine bloße Unentschiedenheit. – In der ersten Folge widme ich mich dem Projekt „For Forest“ aus Klagenfurt. Hier geht es zum Text!

Die Kunst als einsames Haus. Über Heribert C. Ottersbach

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Für den Katalog zur Ausstellung „Identität und Gelände“, die neue Werke von Heribert C. Ottersbach zeigt und am 5. September 2019 in der Galerie Beck & Eggeling in Düsseldorf eröffnet wurde, habe ich einen Text geschrieben. Er trägt den Titel „Die Kunst als einsames Haus“  und wird im folgenden veröffentlicht. (Mehr zum Katalog – mit vielen Bildbeispielen – gibt es hier!)

In den letzten Jahren hat Heribert C. Ottersbach oft Häuser gemalt, und die meisten sind in doppeltem Sinn einsam: Sie stehen allein, in offener Landschaft oder an einem Waldrand, und sie wirken verlassen. Nie sind vor oder in ihnen Menschen zu sehen, manchmal zeigen sich sogar Anzeichen von Verfall. Graue, fahle Farben und verwaschene Formen steigern den Eindruck: Hier wird nichts instandgehalten, und neu war hier schon lange nichts mehr. Ein Titel wie „Kein Zug fährt vorbei“ verweist auf bessere Zeiten einer intakten Zivilisation. Jetzt aber droht das große Aussterben.  In In anderen Titeln ist vom Großvater oder vom Vater die Rede, aber nie von einem Sohn oder einer Enkelin, so als gebe es nur die älteren Generationen und keine jüngeren – und damit keine Zukunft. Otterbachs Bilder muten also als gemalter Kulturpessimismus an, Weiterlesen

„Der Anbräuner“ von Neo Rauch – eine Linksammlung und ein kurzer Kommentar zur Versteigerung

Aufgrund wiederholter Nachfrage fasse ich hier kurz die Vorgänge rund um Neo Rauchs Gemälde „Der Anbräuner“ zusammen (hier eine gute Reproduktion), das in der ZEIT am 27. Juni 2019 als Replik auf einen Artikel erschien, den ich am selben Ort am 16. Mai 2019 publiziert hatte. Der Artikel handelt von der aktuell beobachtbaren Rechtsverschiebung des Autonomie-Begriffs der Kunst – und davon, wie sich dadurch generell das Verständnis von Kunst ändern könnte (z.B. käme es zu einer WiederbelebungWeiterlesen