Verwechslungsgefahr (1): Stadionverwaldung

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Im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen hat eine neue Serie von Beiträgen begonnen, in der ich unter dem Obertitel „Verwechslungsgefahr“ jeweils ein Fallbeispiel analysiere, bei dem unklar ist, ob es sich um Kunst handelt – oder um etwas anderes, etwa um Mode, Design, Journalismus, Politaktivismus oder Wissenschaft. Mich interessiert, wann eine solche Zwischenstellung eine interessante Verbindung von angestammten Bereichen bedeutet, wann eine bloße Unentschiedenheit. – In der ersten Folge widme ich mit dem Projekt „For Forest“ aus Klagenfurt. Hier geht es zum Text!

Die Kunst als einsames Haus. Über Heribert C. Ottersbach

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Für den Katalog zur Ausstellung „Identität und Gelände“, die neue Werke von Heribert C. Ottersbach zeigt und am 5. September 2019 in der Galerie Beck & Eggeling in Düsseldorf eröffnet wurde, habe ich einen Text geschrieben. Er trägt den Titel „Die Kunst als einsames Haus“  und wird im folgenden veröffentlicht. (Mehr zum Katalog – mit vielen Bildbeispielen – gibt es hier!)

In den letzten Jahren hat Heribert C. Ottersbach oft Häuser gemalt, und die meisten sind in doppeltem Sinn einsam: Sie stehen allein, in offener Landschaft oder an einem Waldrand, und sie wirken verlassen. Nie sind vor oder in ihnen Menschen zu sehen, manchmal zeigen sich sogar Anzeichen von Verfall. Graue, fahle Farben und verwaschene Formen steigern den Eindruck: Hier wird nichts instandgehalten, und neu war hier schon lange nichts mehr. Ein Titel wie „Kein Zug fährt vorbei“ verweist auf bessere Zeiten einer intakten Zivilisation. Jetzt aber droht das große Aussterben.  In In anderen Titeln ist vom Großvater oder vom Vater die Rede, aber nie von einem Sohn oder einer Enkelin, so als gebe es nur die älteren Generationen und keine jüngeren – und damit keine Zukunft. Otterbachs Bilder muten also als gemalter Kulturpessimismus an, Weiterlesen

„Der Anbräuner“ von Neo Rauch – eine Linksammlung und ein kurzer Kommentar zur Versteigerung

Aufgrund wiederholter Nachfrage fasse ich hier kurz die Vorgänge rund um Neo Rauchs Gemälde „Der Anbräuner“ zusammen (hier eine gute Reproduktion), das in der ZEIT am 27. Juni 2019 als Replik auf einen Artikel erschien, den ich am selben Ort am 16. Mai 2019 publiziert hatte. Der Artikel handelt von der aktuell beobachtbaren Rechtsverschiebung des Autonomie-Begriffs der Kunst – und davon, wie sich dadurch generell das Verständnis von Kunst ändern könnte (z.B. käme es zu einer WiederbelebungWeiterlesen

Publizieren, um – nicht – gelesen zu werden?

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Bei der Tagung „Die Zukunft des kunstwissenschaftlichen Publizierens“, die am 19./20. Juli 2019 auf Initiative des „Zentralinstituts für Kunstgeschichte“ in München stattfand (mehr dazu hier), lieferte ich einen Werkstattbericht über mein Selbstverständnis und meine Rolle als ‚freier Autor‘. – Hier mein Vortrag:

 

Publizieren, um – nicht – gelesen zu werden?

Wenn ich selbst entscheiden kann, wie ich bei einer Tagung oder in den biografischen Notizen unter einem Text bezeichnet werden will, sage ich „Kulturwissenschaftler und freier Autor“. Das heißt, dass ich mich über das Schreiben und Publizieren definiere. Bis Weiterlesen

Zwei Interviews über Kunst und Gesellschaft

Auf den Seiten von „Age of Artists“ wurde ein Interview veröffentlicht, das Dirk Dobiéy bereits im Herbst 2018 mit mir führte. Ausgehend von einigen meiner Thesen zu Kunst geht es vor allem darum, deren Verhältnis zu Kreativwirtschaft und Unternehmertum  etwas genauer zu beleuchten. – Zu lesen ist das Interview hier.

Für den „Perlentaucher“ führte Peter Truschner Anfang Juni 2019 ein Interview mit mir, in dem wir darüber sprachen, wie es aktuell um die Autonomie der Kunst steht – und wie sich durch die Veränderungen im Kunstbetrieb auch die Idee von Werk wandelt. – Zu lesen ist das Interview hier.

„Fridays for Future“ und der Konsum

Im Zuge der „Fridays for Future“-Bewegung wird auch viel über Konsum und noch mehr über Konsumverzicht diskutiert. Aber was könnte wirklich helfen? Für die „Süddeutsche Zeitung“ habe ich (für die Ausgabe am 22. Juni 2019) einen Kommentar geschrieben, in dem ich darauf eingehe – zu lesen hier. Etwas ausführlicher geht es um dieselbe Frage in einem Interview (vom 21. Juni 2019) mit der „Deutschen Welle“, das hier zu lesen ist.

„Gefällt mir!“

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Für „Halle 4„, das Magazin der Deichtorhallen, habe ich einen Beitrag geschrieben, in dem ich mich mit dem Phänomen beschäftige, dass es auch in der bildenden Kunst zunehmend Fans gibt. Wie Sänger oder Schauspieler haben auch zahlreiche Künstler mittlerweile Anhänger (statt nur Rezipienten). Doch wie kommt es dazu? Und was hat das für Folgen für die Kunst und ihre Werkformen? Der Text unter dem Titel „Gefällt mir!“ ist hier nachzulesen. (Und links ein Foto, das einen Fan von Takashi Murakami zeigt, der sich in dessen Bar Zingaro im Nakano Boulevard in Tokyo gerade mit den Stofftieren seines Idols vergnügt.)

Rechtsdrift der Idee autonomer Kunst: ein begriffsanalytischer Artikel und ein aktueller Fall

In der ZEIT – Ausgabe 21/2019 vom 16. Mai 2019 – veröffentlichte ich einen Artikel [Link für ZEIT-Abonnenten, sonst hier: Auf dunkler Scholle], in dem ich mich mit dem aktuellen Zustand der Idee autonomer Kunst befasse. Meine Beobachtung: Viele maßgebliche – traditionell eher linke und emanzipatorische – Milieus der heutigen Kunstwelt vertreten die während der gesamten Moderne virulente Idee der Autonomie nicht mehr aktiv oder sehen sie sogar als problematischen Nährboden für eine elitäre, exkludierende und unsensible Kunstpraxis an. Mit der Preisgabe des Autonomie-Paradigmas lässt man aber zu, dass Kunst nicht mehr als etwas Eigenständiges Weiterlesen