Verwechslungsgefahr (4): Followerpower

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In der neuen Folge meiner für das Magazin Halle 4 der Deichtorhallen verfassten Serie gehe ich von der Beobachtung aus, dass Repräsentanten des Kunstbetriebs sich mittlerweile nicht mehr mit Türsteherqualitäten hervortun und alles ausschließen wollen, was im Verdacht steht, ‚low‘ zu sein. Vielmehr scheint es gerade als cool zu gelten, alles – und gerade Populäres – zuzulassen. Was aber sind die Gründe für diesen Sinneswandel? Und welche Folgen haben sie, vor allem für den Kunstmarkt? – Hier der Text!

Warum eine Wertethik immer eine Elitenethik ist und was sie heute so erfolgreich macht

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Beim 23. Philosophicum in Lech/Vorarlberg, das sich den „Werten der Wenigen“ widmete, hielt ich am 29. September 2019 einen Vortrag, in dem ich mich, anknüpfend an mein Buch „Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur“ (2017), mit der Karriere des Sprechens über Werte in der heutigen Gesellschaft befasste. – Da der Vortrag am Tag der österreichischen Nationalratswahl stattfand, begann ich ihn mit der Analyse einiger Wahlkampfslogans, u.a. von Sebastian Kurz. Vor allem ging es darum, welche Milieus eine besondere Affinität zum Beschwören von Werten aufweisen. Nach meiner Analyse sind es vor allem Wohlstandsmilieus, Weiterlesen

Trotziges Vermächtnis

Für das Magazin Halle 4 der Deichtorhallen habe ich aus Anlass der dort gerade gezeigten Ausstellung „Baselitz – Richter – Polke – Kiefer. Die jungen Jahre der Alten Meister“ über das Medium ‚Interview‘ geschrieben, das gerade diese vier Maler immer wieder genützt und nicht unwesentlich als eigene (künstlerische) Ausdrucksform definiert haben. Im Katalog zur Ausstellung gibt es, dazu passend, jeweils sehr ausführliche Interviews von Götz Adriani mit den drei noch lebenden ‚Alten Meistern‘, in denen sie sich, trotzig und selbstbewusst, vor allem auch als ‚alte weiße Männer‘ in Szene setzen. Eine gewisse Endzeitstimmung bleibt beim Lesen nicht aus. – Hier mein Beitrag dazu.

Das Museum als Schlafsaal

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‚Zwischen den Jahren‘ – diese Wendung verheißt ein Moratorium, eine Phase des Pausierens. Dazu passt ein Vortrag, den ich im Juli 2018 auf dem Symposium „Arbeit an der Pause“ im Haus der Kunst in München hielt. Kürzlich erschienen die Vorträge dieses Symposiums im Verlag Walther König. Mein Vortrag trägt den Titel „Das Museum als Schlafsaal“ – und ist eine Metaphern- und Motivgeschichte. Beginnend mit Novalis über die Futuristen bis hin zu Thomas Huber wurde das Museum immer wieder als Schlafsaal – als Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Untergang und Neuanfang  – beschrieben. Das Motiv hängt mit anderen wichtigen Begriffen der Kunsttheorie zusammen, mit der ’stillen Größe‘, dem ‚interesselosen Wohlgefallen‘ oder der im 19. Jahrhundert begehrten ‚Kunstruhe‘. – Mein Vortrag ist hier nachzulesen: Ullrich_PAUSE_Symposium_AKTUELL_12_19

In Memoriam: Martin Warnke

Auch wer nicht bei Martin Warnke studierte, wurde in meiner Generation von ihm, seinen Thesen, seiner Art des Argumentierens – und hoffentlich auch von seinem wissenschaftlichen Ethos – beeinflusst. Meine wichtigste Lektüreerfahrung mit einem Text von Warnke hatte ich in den frühen 1990er Jahren – nicht mit einem der Bücher, die ihn berühmt machten, sondern mit einem ganz kurzen Aufsatz, fast versteckt in einem Weiterlesen

Verwechslungsgefahr (3): Künstlerverdacht

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Die dritte Folge meiner Serie im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen über unklare Grenzen im Kunstbetrieb widmet sich Rafael Horzon und Leon Löwentraut, bei denen jeweils aus ganz unterschiedlichen Gründen strittig ist, ob sie Künstler oder Nicht-Künstler sind. Der eine will unbedingt als Künstler gelten, der andere wehrt sich dagegen – doch weckt nicht gerade dies jeweils Misstrauen? – Hier geht es zum Text!

Diskussion über „Siegerkunst/ Museumskunst“

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Am 5. November 2019 war ich von der ‚TransArts‚-Klasse der Universität für Angewandte Kunst Wien zu einer Diskussion mit dem Schriftsteller Franz Schuh eingeladen. Wir diskutierten, ausgehend von meinem Buch „Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust“ (2016) und unter dem Titel „Siegerkunst/Museumskunst“ über eine Reihe aktueller kunstsoziologischer Themen. Das gesamte Gespräch ist nun online verfügbar – und steht hier zum Download bereit!

Verwechslungsgefahr (2): Nur Handwäsche

Bildschirmfoto 2019-11-08 um 10.56.55In der zweiten Folge meiner Serie über die Annäherungen von Kunst und anderen Bereichen, die im Magazin Halle 4 der Deichtorhallen erscheint, geht es um das Verhältnis von Kunst und Mode. Am Beispiel von Andy Dixon betrachte ich das – von ihm selbst so genannte – „Ping-Pong-Spiel“ zwischen beidem, das gerade nicht mehr davon lebt, dass irgendwelche klaren Grenzen überschritten werden. – Hier der Text!

Männliches Marzipan (NZZ-Folio, November 2019)

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In meiner Kolumne „Aus der Warenwelt“ bei NZZ-Folio geht es diesmal um eines der vielen speziell an Männer adressierten Produkte. Dass sie Geschlechterklischees  ziemlich plump reproduzieren, ist wohl kaum zu bestreiten. Aber kommt in ihnen tatsächlich eine „fragile Männlichkeit“ („fragile masculinity“) zum Ausdruck, wie von Kritiker*innen gerne behauptet wird? Ich habe da meine Zweifel…

Zum vollständigen Text geht es hier!