Die Wiederkehr der Schönheit. Über einige unangenehme Begegnungen

Am 27. Oktober 2017 hielt ich innerhalb der Tagung „Ästhetik und Rhetorik des Common Ground“ an der Universität Siegen einen Vortrag, der einige Denkfiguren und Inszenierungsstrategien der rechten Identitäten Bewegung analysiert. Diese werden dabei auch mit anderen zeitgenössischen und historischen Positionen der Philosophie und des Politaktivismus in Beziehung gesetzt.

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„[…] Der wohl am weitesten verbreitete Topos in den Blogs, aber auch bei anderen Verlautbarungen der Identitären Bewegung ist der Wald. Die Art und Weise, wie Martin Sellner die germanischen Urwälder aufruft und in ihnen die Urbilder gotischer Kathedralen, aber auch Orte einer unzivilisierbaren Wildheit sieht, war schon seit der Romantik beliebt und diente oft als Motiv innerhalb einer Geschichtsideologie, die meist ebenso reaktionär wie adventistisch darin bestand, eine Zukunft zu beschwören, die eine Wiederholung einer idealisierten Vergangenheit sein sollte. […] Auf denselben Wald-Topos bezog sich auch Ernst Jünger, als er 1951 seinen Essay Der Waldgang publizierte, in dem er die Figur des Waldgängers entwickelt. Der Waldgänger steht in Opposition zum Mainstream, zu Gegenwart und Zivilisation, zu den herrschenden Mächten der Politik, Wissenschaft und Technik. Er ist es, der sich abwendet, der sich – metaphorisch – in den Wald zurückzieht, als ‚Einzigster’, als Elite und Vorhut einer neuen Zeit, auf die er wartet, während er sich im geheimen Bund mit anderen Waldgängern zum Widerstand rüstet. Waldgänger träumen, so Jünger, von einer „künftigen Epoche“, in der „die Tyrannis von Parteien und fremden Eroberern“ überwunden ist und „in gesunden Völkern“ sich „die elementare Freiheit“ wieder Bahn bricht. Der Widerstand des Waldgängers sei „absolut“, er kenne „keinen Pardon“.“

Der Vortrag ist nachzulesen auf den Seiten der Pop-Zeitschrift.

„Wahre Meisterwerte“ – ein paar Thesen zum Hören

Zu einzelnen Themen meines Ende September erschienenen Buches „Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur“ (mehr dazu hier) konnte ich mich mittlerweile mehrmals öffentlich äußern.

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Am 6. Oktober hielt ich im Hofbräukeller in München einen Vortrag unter dem Titel „Werte, überall Werte. Was sie uns bringen und warum sie nicht ungefährlich sind“. Eingeladen war ich dazu von der Künstlerin Stephanie Senge, die am selben Tag eine Performance sowie eine Prozession mit der von ihr gebauten KONSUM-WERTE-MADONNA sowie zwei weiteren Skulpturen durchführte. Bei dieser Arbeit geht es um Produkte, die offensiv mit Werten wie Solidarität, Heimat, Ruhe oder Stärke für sich werben. Mein Vortrag ist hier zu hören:

 

Am 6. Oktober wurde ich auch vom WDR über mein Buch interviewt – nachzuhören hier.

Am 8. Oktober sendete Deutschlandfunk Kultur die Aufzeichnung einer Diskussion, in der unter dem Titel „Reden wir über Werte“ René Aguigah und Jens Bisky mit Per Leo und mir darüber sprachen, warum es in der heutigen Gesellschaft so schwer ist, eine Streitkultur zu pflegen. Die Diskussion ist hier nachzuhören.

Neues zu „Deko und Diskurs“

Mein im Juli 2017 auf den Seiten des Perlentaucher veröffentlichter Essay „Deko und Diskurs“, in dem ich über ein bevorstehendes Schisma innerhalb der Kunstwelt spekuliere, wurde mittlerweile vom Deutschlandfunk gesendet – und ist hier zu hören.

Außerdem gibt es den Essay inzwischen auch in englischer Übersetzung – auf dem u.a. von Milena Burzywoda betriebenen Blog artistunderground, auf dessen Seiten zudem Gegenthesen zu meinen Beobachtungen formuliert sind. Beides, die Übersetzung meines Texts und den Widerspruch dazu, ist hier zu lesen.

Wahre Meisterwerte

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Am 22. September 2017 erscheint mein neues Buch im Verlag Klaus Wagenbach:

Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur.

Hier ein paar Fragen und vor allem Antworten zu dem Buch:

Wie kommt das Buch zu seinem Titel?

Das Wort ‚Meisterwerte’ gab es bisher, soweit ich weiß, nur als Druck- oder Tippfehler. Aber was könnte besser und ironischer zum Ausdruck bringen, dass wir in einer Zeit und in einer Gesellschaft leben, in der es vielen Menschen sehr wichtig ist, Werte zu haben, nach Werten zu leben, sich auf Werte zu berufen, Werte zu verwirklichen? Von Werten ist die Rede, wo immer man hinhört. Und wer ein wenig genauer hinhört, kann bemerken, dass Werte als etwas empfunden werden, das durch den einzelnen Menschen – durch sein Handeln und Agieren – überhaupt erst real wird.Weiterlesen

Mit Kindern Macht beanspruchen (DHM-Blog)

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Auf dem Blog des Deutschen Historischen Museums widme ich mich ausgehend von einem Werk aus der Dauerausstellung – William Papes 1891 entstandenem Gemälde „Die kaiserliche Familie im Park zu Sanssouci“ – der Frage, ob und wie eigentlich heutige Politiker ihre Familie und vor allem ihre Kinder in Szene setzen.

Dabei fallen große Unterschiede zwischen den USA und Kanada auf der einen Seite, und Europa, insbesondere Deutschland auf der anderen Seite auf.

Der Beitrag ist hier zu lesen.

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