Ist politische Aktionskunst der bessere Protest?

In der Sendung „Streitkultur“ des Deutschlandfunks diskutierten Raimar Stange und ich darüber, was politische Aktionskunst kann und darf – und wo ihre Grenzen liegen. Während Stange Gruppen wie das „Zentrum für politische Schönheit“ verteidigte, bezog ich einen kritischen Standpunkt – und verneinte die Titelfrage:

„Nein, politische Aktionskunst ist nicht die bessere Form des Protests. Um das zu sein, müsste sie ja eine Wirkung haben und etwas verändern können. Genau das aber ist meiner Wahrnehmung nach nicht der Fall. Ich habe noch nie von einem Menschen gehört, der durch ein Stück Aktionskunst seine Meinung geändert hätte und etwa vom Befürworter einer restriktiven Flüchtlingspolitik zum Befürworter offener Grenzen geworden ist. Im Gegenteil. Oft tritt Aktionskunst so schrill, so selbstgerecht auf, dass das ihren eigenen Zielen letztlich schadet und selbst Menschen, die an sich dieselben Ziele teilen, abgeschreckt werden. Im schlimmsten Fall kommt es also zu sogenannten Reboundeffekten – und am Ende wird das Gegenteil des Gewünschten erreicht, weil sich Menschen genervt abwenden. Deshalb ist politische Aktionskunst vielleicht sogar gefährlich: statt Diskussionen über gesellschaftliche Konflikte zu initiieren, verhärtet sie Fronten.“

Nachzuhören ist die Sendung hier.

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